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Deutsche Motorradclubs - was man über Strukturen und Kennzeichen wissen sollte

Deutsche Motorradclubs entstanden in den 1960er Jahren.
Deutsche Motorradclubs entstanden in den 1960er Jahren. © Didi01 / Pixelio
Die Deutschen Motorradclubs haben mehrheitlich ihrem Ursprung in den USA, wo sich Rocker in Gruppen formierten, um ihren Hobby gemeinsam nachzugehen. Allerdings blieb es nicht nur bei der Ausübung des Hobbys.

Die Geschichte der Motorradclubs

  • Woher das Phänomen der Motorradclubs kommt, ist nicht ganz eindeutig. In der Soziologie wird stark die These vertreten, dass vor allem nach dem 2. Weltkrieg viele amerikanische Soldaten, die in Deutschland stationiert waren, nicht zum normalen Leben zurückkehren konnten.
  • Des Weiteren wird in der internationalen und deutschen Rockerszene auch der Zusammenhalt, die Kameradschaft und das verbindende Element, das Motorradfahren, groß geschrieben. Die Clubs können als Protestgruppen gesehen werden, die sich dem herkömmlichen Lebensstil nicht anpassen wollen.
  • Im Motorradfahren sehen die Mitglieder ein wichtiges Element ihres Lifestyles: Freiheit und Lebendigkeit.
  • Ein wichtiger Punkt für die Motorradszene ist das Motorradtreffen "Hollister Bash" in Hollister 1947. Auf dem Treffen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Clubmitgliedern sowie der Polizei. Diese wurden von der Presse benutzt, um das Image eines "wilden und gefährlichen Rockers" zu formen.
  • In Deutschland gibt es verschiedene Motorradclubs. In der Öffentlichkeit sind die Hells Angels am bekanntesten. Sie wurden etwa 1948 in den USA gegründet. Allerdings hat die Vielfalt der Clubs stark abgenommen. Der Grund liegt darin, dass viele Gangs sich als regionale Unterabteilungen (auch Chapter genannt) sich ihren amerikanischen Chartern (Oberclub) angeschlossen haben.
  • Als Beispiel: Der deutsche Club Bones MC hat sich dem Hells Angels MC Deutschland angeschlossen. Die Ghost-Riders, die Road Eagle MC Nomads und die Destroyers aus München haben sich den Bandidos angeschlossen.
  • Die größten deutschen Motorradclubs sind neben den Hells Angels und den Bandidos der Gremium MC, der Black Devils MC sowie der Iron Horses MC.
  • MC ist eine Abkürzung für Motorcycle Club, also auf Deutsch Motorradclub.

Deutsche Motorradgangs und ihre Strukturen, Embleme und Codes

  • Innerhalb der Motorradclubs gibt es feste Strukturen und auch Erkennungszeichen. Die Clubs unterscheiden sich vor allem im Umgang miteinander. So gibt es Clubs, die sich im lockeren Ambiente treffen oder auch Gangs, in denen fast militärische Strukturen herrschen. Vor allem die großen Clubs mit vielen Unterabteilungen haben eine sehr strenge, hierarchische Struktur.
  • In ihnen gibt es Führungsgremien und Abteilungen. Diese sind gut durchorganisiert und es bestehen Ämter wie Präsident, Vize Präsident, den Schriftführer, den Waffenzuständigen, den Verkehrszuständigen, der technischen Support für die Maschinen regelt, den Schatzmeister, den Straßen Kapitän oder den Sicherheitsbeauftragten.
  • Die Rockerszene ist vor allem für ihre Konflikte und Auseinandersetzungen bekannt. Diese basiert in der Regel aufgrund der Konkurrenz der Clubs untereinander. Es herrschen in der Rockerszene viele Regeln, die schnell gebrochen sind.
  • Auch Neugründungen von Clubs können schnell zu gewaltsamen Konflikten führen. Die meisten Clubs haben Gebietsansprüche. Neugründungen auf dem Gebiet werden von den Rockern nicht gerne gesehen. Schon allein das Durchqueren eines Gebietes kann zu Ärger führen.
  • Zwischen den Mitgliedern der Clubs besteht ein sehr enges Verhältnis. Man fühlt sich einander verpflichtet und setzt sich füreinander ein. Das erklärt auch, warum es nicht einfach ist, in einem Club aufgenommen zu werden. Die Clubs haben sehr strenge Aufnahmeverfahren, die über mehrere Jahre gehen können. Die Anwärter müssen generell auch einige Proben überstehen, um sich gegenüber den Mitgliedern zu beweisen und ihr Interesse für den Club zu bekunden.
  • Deutsche Motorradclubs haben in der Regel nur männliche Mitglieder. Allerdings gibt es auch reine Frauengangs.
  • Die Mitglieder deutscher Motorradclubs tragen sogenannte Colours. Das ist das Emblem des Clubs. Das Mitglied, auch Member genannt, zeigt so öffentlich, welchem Club es angehört. Das Colour wird in der Regel auf dem Rücken der Kutte (Lederjacke) getragen.
  • Das Colour besteht aus einem Logo bzw. Bild und dem Schriftzug des Namens des Clubs. Die Mehrheit der Clubs hat hinter dem Namen noch die Abkürzung MC stehen.
  • Des Weiteren haben die meisten Clubs auf ihren Kutten auch noch kleine Abzeichen, die über die Funktion des Trägers informieren. Weitere kleine Abzeichen oder Pins haben ihren eigenen Symbolgehalt und werden in jedem MC eigenständig gehandelt. Die Abzeichen oder Anstecker können zum Beispiel darüber informieren, wie viel Menschen das Mitglied getötet hat. Ein Hinweis auf eine brutale Vorgehensweise des Rockers ist zum Beispiel der Spruch auf einem Abzeichen "Expect No Mercy" (Erwarte keine Gnade).
  • Viele Clubs arbeiten mit Codes, vor allem mit der Zahl der Buchstaben, die sie im Alphabet haben: Die Devils Deiciples haben beispielsweise als Code die 44.
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