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Ich bekomme aus meiner Geige keinen Ton raus und jetzt? - So entlocken Sie den Saiten zarte Klänge

Inhaltsverzeichnis

Schönes Geigenspiel setzt richtige Instrumentenbehandlung voraus.
Schönes Geigenspiel setzt richtige Instrumentenbehandlung voraus.
Sie haben eine Geige und möchten spielen? Prima! Sie haben festgestellt, dass Sie allenfalls Geräusche, aber keinen Ton, geschweige denn eine Melodie herausbekommen können? Das ist keine Katastrophe, vielleicht haben Sie einfach noch nicht die richtigen Tipps bekommen.

Was Sie benötigen

  • Geduld

Herausbekommen, warum die Violine schweigt

  • Wie für beinahe alle Probleme gibt es auch dafür nicht nur eine mögliche Ursache und damit eine Lösung. Dafür, dass Sie aus der Geige noch keine Musik herausbekommen können, gibt es zwei mögliche Ursachen. Die eine ist spieltechnischer Natur, die andere liegt im Instrument, beziehungsweise in der Natur des Bogens, den Sie als Streicher benötigen.
  • Der Bogen ist mit Rosshaar bespannt und erzeugt den Klang durch die Haftreibung an den Saiten. Dies ist aber nur möglich, wenn er mit Kolophonium behandelt wird. Kolophonium ist ein Harz, das auch in der Industrie eingesetzt wird und eben diese Haftreibung ermöglicht. Für Geigensaiten empfiehlt sich Kolophonium mit relativ geringer Haftkraft. Hier sollten Sie sich über die verschiedenen Angebote im Fachhandel beraten lassen.
  • Achten Sie darauf, dass dieses Harz allergische Reaktionen hervorrufen kann. Hier gibt es spezielle Arten von Kolophonium, zu denen Ihnen ebenfalls der Fachhandel raten wird.
  • Aufgetragen wird es, indem Sie den Bogen so lange über das Harz gleiten lassen, bis die Saiten augenscheinlich klebrig geworden sind. Es gilt, dass zu viel besser ist als zu wenig. Um Rillen oder gar Brüche zu vermeiden, empfiehlt es sich das Kolophonium zu drehen und so alle Seiten gleichermaßen abzunutzen.

Trotz Harz kein Geigenklang

  • Ist das Harz aufgetragen, so ist der Effekt der Haftreibung hergestellt und Sie sollten Töne aus der Geige herausbekommen. Vorausgesetzt, Sie wissen, wie Sie den Bogen ansetzen sollen. Denn auch dies ist nicht leicht und der Verfasser weiß aus eigener Erfahrung, dass es durchaus etwas dauern kann den richtigen Ansatz zu finden. Professioneller Unterricht oder eine sehr gute Geigenschule ist hier in der Regel das Mittel der Wahl.
  • Für den organisierten Unterricht spricht, dass Sie da wirklich fundierte Kenntnisse über das Instrument Geige und seine Handhabung erhalten. Der Lehrer sieht und korrigiert Haltungsfehler, kann Ihnen die Hand führen und Ihnen so helfen, die ersten Töne und Klänge aus der Geige zu bekommen.
  • Er kann Ihnen Literatur geben, die Ihren Fertigkeiten entspricht und Sie können anhand der Literatur Ihr geigerisches Vermögen wachsen sehen. Und aus eigener Erfahrung kann Ihnen der Verfasser sagen, dass es schon ein ganz anderes Selbstbewusstsein verschafft nach kurzer Zeit ein einfaches und bekanntes Stück eines anerkannten Meisters der Musikgeschichte spielen zu können, als sich an Dilettantenliteratur aus Folk und Pop herumzuplagen und am Ende Weniges zwar gut, aber Vieles eben gar nicht zu können.
  • Nachteile sind offensichtlich. Der Unterricht kostet manchmal sehr viel Geld und erfordert die Fähigkeit einen festen Termin pro Woche wahrnehmen zu können. In Zeiten der allgemeinen Flexibilisierung auch der Arbeitszeiten kann das schon einmal zum Problem werden.

Ein schöner Ton ohne Geigenlehrer

  • In solchen Fällen ist es leider nötig, auf den kompetenten Lehrer zu verzichten und es im Selbststudium zu versuchen. Unumgänglich ist die Anschaffung guter Literatur, die Ihnen zweierlei verschafft: Einerseits die nötigen theoretischen Grundkenntnisse (Noten lesen, Rhythmik und später Harmonielehre) und andererseits die instrumentalspezifischen Fertigkeiten.
  • Auch wenn Sie nicht im Internet kaufen, bieten Ihnen Rezensionen auf den Seiten von Internetkaufhäusern gute Anfangsinformationen, welche Literatur für Sie geeignet ist. Lesen Sie die Rezensionen. Auch negative Bewertungen können auf das hinweisen, was Sie suchen. Dann nämlich, wenn die Bewertungen aus Enttäuschung über nicht erfüllte Erwartungen getätigt werden. Was jemand anderes aus bestimmten Gründen verwirft, kann für Sie aus denselben Gründen genau das Richtige sein.
  • Mit den gewonnenen Erkenntnissen gehen Sie nun in einen gut sortierten Musikfachhandel, schildern Ihr Anliegen und lassen sich beraten. Man wird Ihnen vielleicht mehrere Werke vorlegen und Ihnen Gelegenheit geben diese einmal durchzublättern. So können Sie dann schon besser einschätzen, welche Schule den für Sie richtigen Ton trifft und welche den richtigen Gehalt hat. Ohne eine ordentliche Geigenschule wird es außerordentlich schwer werden den richtigen Strich und damit einen schönen Ton zu erlernen.
  • Sicherlich hat es zu früheren Zeiten schon Geiger gegeben, die weitgehend autodidaktisch gelernt haben. Doch haben auch diese immer von Vorbildern gelernt, die ihnen Hinweise gegeben haben. Wenn Sie wirklich Geige spielen möchten, muss das Fundament stimmen. Dazu gehört auch das theoretische Rüstzeug. Aus eigener Anwendung kann der Verfasser hier empfehlen: Wilhelm Maler; Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre. Dieses zweibändige Buch gibt es in mehreren Auflagen seit 1931 und ist im Buchhandel oder bei Internetantiquariaten recht preisgünstig zu erstehen.

Der Verfasser wünscht Ihnen viel Erfolg beim Geige lernen und spielen!

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