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Symbolismus - kurze Zusammenfassung

Traumwelten sind oft Thema im Symbolismus.
Traumwelten sind oft Thema im Symbolismus.
Der Begriff "Symbolismus" ist Ihnen vielleicht als Epoche des 19. Jahrhunderts geläufig. Eine kurze Zusammenfassung dieser Strömung sollte sich sowohl mit der Bedeutung innerhalb der Literatur als auch in der Kunstgeschichte befassen.

Symbolismus in der Kunst

  • Die Kunstepoche lässt sich etwa zwischen 1880 und 1910 ansiedeln, im Anschluss an den Realismus. Als Grundlage diente das "Symbolische Manifest" des französischen Dichters Jean Moréas, das am 18. September 1886 in der Zeitung "Le Figaro" erschien. Darin postulierte Moréas, dass der Symbolismus niemals eine Idee begrifflich fixieren solle. Die Strömung wurde nicht nur in Frankreich aufgegriffen, sondern breitete sich nach und nach europaweit aus.
  • Als kurze Zusammenfassung lässt sich feststellen, dass die Vertreter des Symbolismus vor allem eine tiefere Wirklichkeit in ihren Kunstwerken suchten. Typische Motive dieser Epoche sind daher besonders biblische und mythologische Szenen, deren Bildhaftigkeit im Vordergrund steht. Gemäß ihrem Namen orientieren sich die Maler vorwiegend an Symbolen und Metaphern.
  • Auch gefühlsbetonte Themen wie Tod, Leidenschaft, Sünde, Halluzination und Fantasie werden Sie in den Bildern finden. Ziel ist es, hinter die wissenschaftliche und vernunftbetonte Seite der Welt zu schauen und die subjektive Wahrheit zu erfahren, die sich dahinter verbirgt. Viele Gemälde greifen traumartige Sequenzen auf. Dementsprechend malten die Symbolisten nicht direkt nach der Vorlage aus der Natur, sondern griffen bevorzugt auf ihre bildlichen Vorstellungen aus dem Gedächtnis zurück.
  • Hauptvertreter in der bildenden Kunst sind beispielsweise Paul Gauguin, Gustave Moreau, Odilon Redon und Auguste Rodin.

Kurze Zusammenfassung der Literaturepoche

  • In der Literaturgeschichte wird der Symbolismus etwa zwischen 1860 und 1925 datiert. Er steht in engem Zusammenhang mit den technischen und naturwissenschaftlichen Neuerungen einerseits und mit der Atmosphäre der Fin de Siècle-Kultur der Jahrhundertwende andererseits - gerade die neuen Entdeckungen in den Bereichen der Physik oder der Chemie sorgten für Unsicherheiten, da sie bisher angenommene Tatsachen infrage stellten. Wie in der bildenden Kunst befassten sich auch die Autoren des Symbolismus mit Sinnbildern, um eine tiefere Wahrheit auf indirekte Weise abzubilden. Vor allem in Gedichten wurde versucht, die Worte sinnlich erfassbar zu machen, indem beispielsweise Lautmalereien eingesetzt wurden.
  • Berühmte Literaturvertreter sind etwa Rainer Maria Rilke, Stefan George, Charles Baudelaire, Arthur Rimbaud und Hugo von Hofmannsthal.

Informationen, die über eine kurze Zusammenfassung hinausgehen, finden Sie in den Werken "Symbolismus und die Kunst der Jahrhundertwende" von Hans H. Hofstätter und "Symbolismus" von Michael Gibson.

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