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Wie zitiert man richtig?

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Wie zitiert man richtig?4:04
Video von Bruno Franke4:04

Falsche oder ungenaue Zitate und Quellenangaben wirken in einem Text nicht nur unprofessionell, sondern können Ihnen in einer wissenschaftlichen Arbeit oder einer anderen Publikation sogar Plagiatsvorwürfe einbringen. Aber auch in einem nicht veröffentlichten Text sollten Sie aus Respekt für den Originaltext auf die richtige Zitierweise achten. Nur wie zitiert man eigentlich richtig?

Was Sie benötigen

  • Buch, Zeitschrift oder Internetseite, die den Originaltext Ihres Zitats enthalten

Korrekt und einheitlich zitieren

Natürlich gibt es hinsichtlich der Formatierung von Zitaten keine einzig richtige Vorgehensweise. Die Vorgaben hierfür unterscheiden sich schon an einer Universität oft von Fakultät zu Fakultät. Wichtig ist jedoch, dass Sie bei der Formatierung Ihrer Zitate und Fußnoten im gesamten Text einheitlich vorgehen.

  • Ein Zitat wird in doppelte, ein Zitat oder wörtliche Rede im Zitat in einfache Anführungszeichen gesetzt. Auslassungen innerhalb des Zitats kennzeichnen Sie mit drei Punkten in eckigen Klammern: […].
  • Mit eckigen Klammern kennzeichnen Sie außerdem eingefügte oder veränderte Worte und Buchstaben innerhalb des Zitats. Das kann notwendig werden, wenn Sie beispielsweise ein Zitat in einen ihrer eigenen Sätze einbauen möchten und dazu den Kasus oder Tempus des Zitats verändern müssen. Sie dürfen ein Zitat jedoch nicht so weit verfremden, dass der eigentliche Sinn verloren geht.
  • Um nicht die Fehler eines anderen zu übernehmen gilt grundsätzlich: Zitieren Sie immer aus dem Originaltext. In wissenschaftlichen Texten gilt dies auch für fremdsprachige Texte. Zitieren Sie dort nicht aus Übersetzungen.
  • Ist der Originaltext in alter Rechtschreibung verfasst, gleichen Sie diese in Ihrem Zitat nicht an.
  • Gleiches gilt für mögliche Rechtschreibfehler im Originaltext. Diese können Sie jedoch mit der redaktionellen Ergänzung [sic] (lat. für „so“, „wirklich so“) kennzeichnen, um dem Leser zu verdeutlichen, dass Sie sich des Fehlers bewusst sind und ihn aus dem Originaltext so übernommen haben.
  • Ebenso müssen Fett- oder Kursivschreibungen des Originaltextes übernommen werden.
  • Die Anführungszeichen entfallen, wenn Sie aus einem Text einen ganzen Absatz (In der Regel Zitate ab vier Zeilen) übernehmen. Das Zitat rücken Sie dann nach links ein und setzen es ein oder zwei Schriftgrößen kleiner als den restlichen Text.
  • Können Sie in Ausnahmefällen nicht aus dem Originaltext, sondern nur aus der Sekundärliteratur zitieren, kennzeichnen Sie das mit der Anmerkung: „Zitiert nach …, bzw. zit. nach …“.
  • Zitieren Sie einen Text nicht direkt, sondern nur sinngemäß, müssen Sie das trotzdem mit einer Quelle belegen. Stellen Sie der Fußnote dann die Anmerkung „Vergleiche, bzw. Vgl.“ voran.
  • Folgt einer Quellenangabe ein weiteres Zitat aus demselben Text, müssen Sie die Fußnote nicht vollständig wiederholen. Es reicht die Anmerkung „Ebenda, bzw. Ebd. mit der entsprechenden Seitenzahl.
  • Gleiches gilt für Quellenangaben, die Sie bereits zuvor im Text zitiert und ausführlich belegt haben. Als Fußnote reicht in diesem Fall der Name des Verfassers mit dem Hinweis „am angegebenen Ort, bzw. a.a.O.“ mit der Seitenzahl.

Quellenverzeichnis und Internetquellen zitieren

Jedes direkte oder indirekte Zitat müssen Sie mit einer Quellenangabe belegen. Die Quellenangabe können Sie entweder als Kurztitel in den laufenden Text einfügen oder als durchnummerierte Fußnoten am Ende der Seite oder des Textes anfügen. Als Kurztitel im fortlaufenden Text genügen in Klammern die Angaben zu Verfasser, Erscheinungsjahr und Seite. Z.B.: (Assmann, 2006, S.299). Die vollständige Quellenangabe fügen Sie dem Text als Literaturverzeichnis an. In einer Fußnote geben Sie die ausführliche Quellenangabe hingegen direkt an. Als Richtlinie gelten

  • Für Monografien oder Romane: Name und Vorname des Verfassers, Titel des Werkes, Erscheinungsjahr und -ort, Seitenangabe. Bsp. Assmann, Aleida: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, München 2006, S.299.
  • Für einzelne Aufsätze aus Sammelbänden oder Zeitschriften: Name und Vorname des Autors, Name des Aufsatzes, zitiert in: eventuell Name und Vorname des Herausgebers, Titel des Sammelbandes oder der Zeitschrift, eventuell Nummer des Bandes, Erscheinungsjahr und Ort (Bei Sammelbänden), Seite. Beispiel Zeitschrift: Welzer, Harald: Schön unscharf. Über die Konjunktur der Familien- und Generationenromane, in: Mittelweg 36 Nr.1 2004, S.53. Beispiel Sammelband: Adorno, Theodor W.: Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit, in: ders.: Eingriffe. Neun kritische Modelle, Frankfurt/Main 1963, S.125-146.
  • Bei Zitaten aus dem Internet müssen Sie außerdem das Datum Ihres Zugriffes auf die Quelle angeben. Beispielsweise März, Ursula: Erforschen oder Nacherzählen. Stephan Wackwitz und Simon Werle zeigen, wie verschiedene Familienromane heute sein können, in: DIE ZEIT Nr. 19/2003, http://images.zeit.de/text/2003/19/L-Wackwitz2fWerle (Zugriff am 05.10.2007).

Quellenangaben enden immer mit einem Punkt. Sie werden am Ende des Textes noch einmal ausführlich in einem Quellenverzeichnis angeführt.