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EVA-Schaumstoff - Zusammensetzung und Herstellung des Polymers

EVA kann unter anderem als Granulat vorliegen.
EVA kann unter anderem als Granulat vorliegen.
EVA ist nichts anderes als die Kurzschreibweise der Ethylenvinylacetate. Durch ihre besonderen Eigenschaften finden sie in vielen Gebieten ihre Verwendung, unter anderem als Schaumstoff.

EVA - eine Copolymerengruppe

Die Herstellung von Ethylenvinylacetat entspricht weitgehend der von Polyethylen, dem am meisten hergestellten Kunststoff überhaupt.

  • Das angewendete Verfahren der Herstellung nennt man Polymerisation, daher wird EVA auch als ein Polymer bezeichnet.
  • Grundlegend ist das Vorhandensein von Ethen, einem gasförmigen Stoff, der aus Erdöl gewonnen werden kann. Dieser besitzt die Summenformel C2H4.
  • Wird Polyethylen hergestellt, so nutzt man folgendes Prinzip aus: Eine beliebige Anzahl an Ethenmolekülen wird bei 100 °C unter 100 MPa Druck (ca. 1000-mal so groß, wie normaler Luftdruck) unter einem Hochdruckverfahren polymerisiert. Das heißt, dass die Ethenmoleküle aneinander binden und eine lange Kette bilden, die letztendlich Polyethylen genannt wird.
  • Allerdings wird diese Molekülkette nicht nur länger, sobald die Reaktion eintritt, sondern erhält auch Verzweigungen, an denen das Polyethylenpolymer ebenso wachsen kann: Die aufgrund der vorherrschenden Bedingungen entstehenden Radikalmoleküle abstrahieren Wasserstoffatome an den Molekülen. Dadurch entsteht an der Stelle der Abstraktion erneut ein radikalisches Zentrum. Darunter versteht man eine Stelle, an der die Kette wachsen kann, also die Möglichkeit besitzt, an andere Moleküle zu binden.
  • Diese Methode wird ebenso genutzt, um EVA herzustellen. Dabei ketten sich jedoch zusätzlich zum Ethen auch noch Venylacetate C4H6O2 aneinander. Hier werden ebenso Wasserstoffatome abstrahiert und aus anfänglich einzelnen Molekülen wird eine gigantische verzweigte Konstruktion.

Schaumstoff als eines der Anwendungsgebiete des EVA

  • EVA werden sehr geschätzt, da sie unzählige Anwendungsgebiete haben. Je nach Zusammensetzung haben Ethylenvinylacetate variable Eigenschaften. Ob zur Verwendung als Schaumstoff, zur Abdichtung oder zur Dämpfung: Es muss einfach nur je nach gewünschter Beschaffenheit eine unterschiedliche Menge an Venylacetaten eingesetzt werden.
  • Bei 1-10 % von Venylacetat der Gesamtmenge erhält man einen zähen, flexiblen und transparenten Stoff. Zwischen 15 % und 30 % sind seine Weichheit, die enorme Flexibilität und die Möglichkeit der thermoplastischen Verarbeitung als Hauptattribute zu nennen. Thermoplasten sind Kunststoffe, die sich innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs in ihrer Form ändern lassen.
  • Weiterhin sind bei dreißig bis vierzig Prozent Venylacetat sehr hohe elastische Dehnbarkeit bei gleichzeitig großer Festigkeit zu erwarten. Wird noch mehr Venylacetat verwendet, so erhält EVA noch bessere Kautschukeigenschaften, es ist also sehr elastisch.

Auch wenn EVA mit noch so vielen Vorteilen punkten kann, ist die zwar sehr geschätzte, aber gleichzeitig auch besorgniserregende Altersbeständigkeit des Stoffs zu nennen: Einmal hergestellt verrottet der Kunststoff nichtmehr, sodass unsachgemäße Entsorgung - im Wald etwa - verhängnisvolle Auswirkungen für die Umwelt haben kann.

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