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Platon und der Staat - Beschreibung laut Politeia

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Schon im alten Rom war Politik ein heiß diskutiertes Thema.
Schon im alten Rom war Politik ein heiß diskutiertes Thema. © Wolfgang_Dirscherl / Pixelio
Platon - einer der bekanntesten Philosophen der Antike. Schon damals wurde über Regierung und deren Formen heiß diskutiert, auch in seinem Werk "Politeia": Wie muss der ideale Staat aussehen?

Wer war Platon und was genau ist die Politeia?

  • Platon wurde etwa 430 v. Chr. geboren und wuchs in Athen auf.
  • Sehr früh zeigte sich sein politisches Interesse: Er schloss sich Sokrates an.
  • Neben der Politeia schrieb Platon auch zahlreiche andere (philosophische Schriften): Meist handelt es sich um Werke, die in Dialogform (mit Sokrates als Gesprächspartner) stehen und den Leser politisch beeinflussen sollen.
  • Die Politeia behandelt nicht nur die Staatslehre, sondern auch Bereiche der Ethik, Schulbildung, Erziehung und Kultur werden angesprochen.
  • Ein ganz bekanntes Beispiel aus der Politeia ist das Höhlengleichnis.
  • Auch in diesem Buch ist Sokrates Platons Gesprächspartner. Sie diskutieren über vorhandene Staatsformen, deren Vor- und Nachteile und wie der ideale Staat aussehen soll.

Die Staatslehre in der Politeia

  • Zunächst teilt Platon die Bevölkerung in folgende Gruppen ein: Nährstand, Wehrstand und Lehrstand.
  • Den größten Teil bildet dabei der Nährstand, in ihm sind alle Menschen enthalten, die das Volk versorgen, also zum Beispiel Bauern oder Händler.
  • Der Wehrstand ist so etwas wie die Armee des Landes: Er besteht aus Leuten, die den Staat verteidigen und die Kriege führen.
  • Schließlich gibt es noch den Lehrstand: Dazu zählen die gebildeten Menschen des Volkes, die die Intelligenz besitzen, ein Land zu regieren. Eine wichtige Forderung Platons ist dabei, dass diese Elite in der Lage sein muss, philosophieren zu können.
  • Daraus folgt, dass ein solcher Philosoph nach der Idee des Guten strebt, was wiederum dazu führt, dass er unfehlbar ist und einzig seinem eigenen Gewissen verpflichtet ist.
  • Der Idealstaat ist nach Platons Ansicht also die Aristokratie.

Das wirkt auf den ersten Blick sicher schwierig nachvollziehbar und es stellt sich die Frage, was denn die Idee des Guten sei bzw. wie man zu ihr gelangt:

  • Für die Erkennung des Guten ist zunächst eine sehr gute Ausbildung notwendig. Bis 20 sollen die jungen Menschen in Musik, Dichtung, Jagen und dem Wettkampf gelehrt werden, um das perfekte Mittelmaß zwischen Weiche und Härte junger Männer zu erzielen.
  • Im Alter von etwa 30 Jahren werden die Männer nun an die Mathematik und Sprachkunst herangeführt und später folgt eine Praxis im Militär von etwa 15 Jahren.
  • Nach diesen 50 Lebensjahren wird ein solcher Mann fähig sein, aufgrund seiner Liebe und Loyalität zum Staat und seiner hervorragenden Ausbildung die Idee des Guten zu erkennen und so den Staat würdevoll zu leiten.
  • Diese Idee meint das Gute, Unvergängliche in der Welt, das Wahre und Wirkliche, das unendlich Seiende. Dies muss der Herrscher erkennen, um erfolgreich regieren zu können.

Was ist mit den anderen Staatsformen?

Platons Idealstaat ist nun eindeutig die Aristokratie: eine Herrschaft der Besten, die die Idee des Guten erkannt haben und demnach richtig handeln. Aber auch andere Staatsformen werden in der Politeia beschrieben:

  • Aus der Aristokratie kann unter schlechten Umständen eine Timokratie entstehen: Dies ist eine Herrschaft von wenigen, die dank ihres Besitzes herrschen dürfen, obwohl sie womöglich keine ausreichende Befähigung dafür mitbringen.
  • Eine weitere Verfallsform ist die Oligarchie: Hier regieren die wenigen Reichen eines Staates und werden nur durch Geiz und Habgier geleitet, was zu einer steigenden Armut des Volkes führt.
  • Daher kommt es zum Aufstand und das Volk ergreift selbst die Macht, es entsteht die Demokratie. Die Freiheit unter dieser Staatsform lässt Begierde entstehen, die Ordnung verliert sich und die Idee des Guten kann nun nicht mehr verfolgt werden.
  • Um die Ordnung wieder herzustellen, wird eine Person zum Staatsoberhaupt erklärt und eine Tyrannis entwickelt sich. Dieser Herrscher kann schließlich die Macht an sich reißen und sie für seine eigenen, persönlichen Zwecke missbrauchen.
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