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Tomatenpflanzen ausgeizen - Vor- und Nachteile

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Ausgeizen bringt eine reichere Tomatenernte.
Ausgeizen bringt eine reichere Tomatenernte.
Tomaten aus eigenem Anbau sind lecker. Eine reiche Ernte erhalten Sie durch das Ausgeizen Ihrer Tomatenpflanzen. Die Methode hat aber auch Nachteile.

Ausgeizen von Tomatenpflanzen - Vorteile

Tomaten im heimischen Garten anzubauen, ist aufwendig. Sie müssen gießen, düngen, stützen und für einen Regenschutz sorgen - all das kostet eine Menge Zeit. Umso ärgerlicher ist es, wenn Sie dann eine geringe Ernte bekommen. Mit dem Ausgeizen verhindern Sie das.

Die Tomate wächst von Natur aus in die Breite. Dazu bildet die Pflanze Seitentriebe in den Blattachseln, wo die Blattstiele aus dem Stamm wachsen. Das Entwickeln dieser sogenannten Geiztriebe kostet die Pflanze viel Kraft, die ihr beim Ausbilden der Früchte fehlt. Die Früchte werden kleiner - viele Tomaten reifen überhaupt nicht aus.

Beim Ausgeizen entfernen Sie die Geiztriebe. Die Pflanze konzentriert ihre Kraft jetzt auf die Haupttriebe. Infolgedessen bekommen Sie wesentlich mehr und größere Früchte. Zugleich sparen Sie beträchtlich Platz in Ihrem Garten, da Ihre Tomatenpflanzen eher hoch als breit wachsen.

Nicht ausgeizen sollten Sie kleinwüchsige Topftomaten und alle Tomatensorten, die ohnehin kleine Früchte tragen. Dazu gehört beispielsweise die Cocktail- und Kirschtomate. Bei Strauchtomaten ist ein buschiges Wachstum erwünscht - auf ein Ausgeizen sollten Sie auch hier verzichten. 

So funktioniert das Ausgeizen

Beim Ausgeizen entfernen Sie alle Nebentriebe der Pflanze und lassen nur einen oder zwei Haupttriebe stehen. Achten Sie darauf, dass Sie tatsächlich den Nebentrieb entfernen und nicht den Blüten tragenden Fruchtansatz, aus dem sich später die Früchte entwickeln. Der Unterschied ist nicht immer sofort zu erkennen. Lassen Sie ein paar Tage vergehen, wenn Sie sich unsicher sind.

Je eher Sie verhindern, dass ein Seitentrieb heranwächst, umso besser. Bereits junge Pflänzchen sollten ausgegeizt werden. Warten Sie nach dem Auspflanzen ins Freiland nur einige Wochen. Ab Juni beginnen Sie mit dem Ausgeizen.

Geizen Sie am Morgen eines sonnigen Tages aus. Die kleinen Verletzungen, die durch das Ausgeizen entstehen, trocknen im Tagesverlauf schnell ab. So verhindern Sie, dass sich Krankheiten wie die Braunfälle auf den Wunden ausbreiten.

Schneiden Sie die dünnen Triebe am besten mit einem scharfen Messer oder einer Nagelschere ab. Sie können die Triebe auch mit den Fingernägeln abknipsen. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie den Stamm nicht verletzen.  

Die Geiztriebe können Sie noch verwenden. Geben Sie die ausgegeizten Triebe auf den Kompost oder mulchen Sie Ihre Tomatenpflanzen damit. Tomaten gehören zu den wenigen Pflanzen, die gerne auf ihren eigenen Pflanzenresten wachsen.

Aus den Geiztrieben lassen sich neue Tomatenpflanzen ziehen. Stellen Sie den Trieb eine Woche in ein Glas mit Wasser. Sobald sich die ersten zarten Wurzeln bilden, kommt das Pflänzchen in die Erde. Bei guter Pflege fruchten die Ableger noch in derselben Saison.

Nachteile dieser Methode

Viele Hobbygärtner lehnen das Ausgeizen aus ökologischen Gründen ab, weil die Tomate dadurch zu einem unnatürlichen Wachstum gezwungen wird. Bedenken Sie jedoch, dass die Kultivierung dieser Pflanze in unseren Breitengraden an sich wider die Natur ist. Die Tomate stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und gehört somit nicht zu unserem natürlichen ökologischen Umfeld.

Unbestreitbar ist hingegen, dass das Ausgeizen aufwendig ist. Denn mit einem einmaligen Ausgeizen ist es nicht getan. Ihre Tomatenpflanzen bilden an anderen Stellen stetig neue Triebe aus. Sie müssen sich bis zur Erntezeit im September oder Oktober alle paar Tage Zeit zum Ausgeizen nehmen.

Das Entfernen der Seitentriebe hat einen weiteren Nachteil. Zwangsläufig wachsen alle Tomaten an einem Trieb, der nunmehr eine schwere Last zu tragen hat. Dieser voll hängende Trieb kann abknicken. Ihre gesamte Ernte wird zunichtegemacht. 

Diesen Super-GAU verhindern Sie durch konsequentes Abstützen Ihrer Tomatenpflanzen. Im Gartencenter erhalten Sie dafür Tomatenstangen oder Rankgitter. Neben den Kosten kommt weitere Arbeit auf Sie zu. Sie müssen den heranwachsenden Stamm mit Pflanzenbast oder speziellen Anbindehilfen (Ringe, Clips etc.) regelmäßig an der Stütze befestigen.

Vor- und Nachteile des Ausgeizens im Überblick

Sie können Ihre Tomaten ausgeizen oder natürlich wachsen lassen. Beide Methoden haben Vorteile und Nachteile.

Vor- und Nachteile des Ausgeizens
Auswirkung nicht-ausgegeizte Pflanze ausgegeizte Pflanze
Wuchsform

breit mit vielen Seitentrieben

von der Natur vorgegeben

in die Höhe mit einem oder zwei Haupttrieben

unnatürlich

Platzbedarf hoch gering
Ertrag geringer hoch
Früchte klein groß
Zeitaufwand kein Zeitwand hoher Zeitaufwand durch wiederholtes Ausgeizen
Zusatzkosten keine Zusatzkosten Zusatzkosten für Rankhilfen und Befestigungsmaterial
Verwertung der Seitentriebe nicht möglich Kompostieren, Mulchen und Ziehen von Ablegern

 

Das Ausgeizen von Tomatenpflanzen ist mit Aufwand verbunden. Die Vorteile überwiegen jedoch. Wenn Sie alle Geiztriebe regelmäßig entfernen und Ihre Pflanze gut stützen, werden Sie mit einer reichen Ernte belohnt.

helpster.de Autor:in
Irene Bott
Irene BottEssen & Trinken sind für die Hobbyköchin Irene ein Experimentierfeld. Beim Kochen und Backen probiert sie gerne Neues aus. Mit über fünf Jahrzehnten Lebenserfahrung kennt die Hausbesitzerin viele Tipps & Tricks für den Haushalt.
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