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Keramische Glasuren - darauf sollten Sie beim Töpfern achten

Keramische Bilder mit Unterglasurmalerei.
Keramische Bilder mit Unterglasurmalerei.
Selbst getöpferte Sachen werden erst durch keramische Glasuren zu echten Gebrauchsgegenständen. Damit Sie keine Enttäuschung erleben und sich nicht gefährden, sollten Sie einiges beachten.

Grundsätzliches zu keramischen Arbeiten

  • Es gibt nicht nur verschiedene Techniken beim Töpfern, es gibt auch verschiedene Tonarten. Wenn es um keramische Glasuren geht, sind für Sie die Brenntemperaturen von Bedeutung. Beachten Sie, dass die Temperatur, mit der die Glasur gebrannt werden muss, unter der Temperatur liegt, die der Ton verkraftet. In der Regel kann Ton mit über 1.100°C gebrannt werden, die Glasuren schmelzen bei geringeren Temperaturen auf. Probleme kann es bei Ton geben, der schon bei niedrigeren Temperaturen sintert (anschmilzt).
  • Die Keramik wird bei hohen Temperaturen gebrannt. Sollte Luft in der Tonmasse eingeschlossen sein, wird diese sich ausdehnen und die Keramik zersprengen. Schlagen Sie die Tonmasse fest auf eine Tischplatte, bevor Sie diese verarbeiten, das reduziert das Risiko von Lufteinschlüssen.
  • Nachdem Sie die Keramik fertiggestellt haben, muss diese langsam durchtrocknen. Dann kommt diese unglasiert in den Brennofen. Bei diesem Schrühbrand wird das Stück härter und unempfindlich, aber nicht wasserdicht. Sofern es Lufteinschlüsse gab, wird das Stück im Ofen zerplatzen.
  • Nach dem Abkühlen tragen Sie die Glasur auf. Dabei wird die Keramik wieder feucht. Sie darf erst, wenn Sie getrocknet ist, in den Ofen. Jetzt wird mit höherer Temperatur gebrannt, damit die Glasur schmilzt. In dieser Phase würde ein Gegenstand, der auf die Glasur fällt, auf Dauer mit der Keramik verbunden werden. Aus diesem Grund darf keine Keramik mit in den Ofen, die noch keinen Schrühbrand hatte. Das Risiko, das diese zerplatzt, ist zu groß.
  • Je nach Art der Glasuren kann über diese erste Glasur noch eine weitere aufgetragen werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie mit Unterglasurfarben gemalt haben. Diese müssen nun unter eine durchsichtige Glasur.

Wissenswertes zu keramischen Glasuren

  • Bedingt durch die hohen Temperaturen finden Sie bei keramischen Glasuren keine Färbungen, die nicht durch Schwermetalle entstehen. Das sollten Sie wissen, wenn Sie Geschirr herstellen. Selbst eine schwache Säure wie Fruchtsaft kann Schwermetallionen aus der Glasur lösen.
  • Blau entsteht durch Kobalt- und Nickelverbindungen, braun basiert auf Mangan, Nickel oder auch Chrom. Gelb wird durch Antimon und Zirkon verursacht, grün durch Chrom oder Kupfer/Chrom/Manganverbindungen. Rot enthält meist Eisen, Titan, Chrom oder Selen. Auch weiß wird durch Verbindungen erzeugt. In dem Fall ist es meist Antimon und Zinn. Überlegen Sie also, wenn Sie etwas farbig glasieren wollen, wofür Sie das fertige Gefäß verwenden möchten. An einen Kerzenhalter können sie andere Ansprüche stellen, als an eine Tasse.
  • Während eine Vergiftung durch das fertige Gefäß, wenn überhaupt, schleichend stattfindet, können Sie sich beim Umgang mit keramischen Glasuren auch akut vergiften. Achten Sie darauf, diese nicht zu verschlucken und den Staub nicht einzuatmen. Vermeiden Sie den Kontakt mit der Haut und mit offenen Wunden.
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